Archiv/Concrete Utopia, 2004

Concrete Utopia, 2004

Kooperation mit OSA/Ulrich Beckefeld und Susanne Schindler für die Ausstellungsreihe 'Wonderland – Junge Architektur in Europa'.

Die Ausstellung präsentierte Projekte junger Architektenteams und gab so einen Überblick über die junge europäische Architekturszene. Sie tourte bis 2006 durch Bratislava, Prag, Berlin, Amsterdam, Paris, Venedig, Zagreb, Ljubljana und Wien. Bei jeder Station kamen Architektenteams des jeweiligen Landes hinzu.

Für die Station in Berlin wurde auch das Office for Subversive Architecture (OSA) ausgewählt. Dieses Team entschied sich, keines ihrer Projekte zu zeigen, sondern eigens einen Beitrag zu gestalten. Ich wurde eingeladen, mit Ulrich Beckefeld von OSA eine fotografische Idee zu entwickeln. Architektin und Autorin Susanne Schindler verfasste einen Essay.
Das Ergebnis ist diese Foto/Textarbeit.

Exposé

Jede bauliche Struktur entsteht aus einer funktionalen Absicht. Die sich aus der baulichen Struktur ergebenden Möglichkeiten können dabei nur näherungsweise dem Anforderungsprofil entsprechen. Im Laufe der Nutzung verschieben sich die Anforderungen und die Möglichkeiten gegeneinander, durch Abnutzung des Objekts oder durch Veränderungen der funktionalen Anforderungen nimmt ihre Schnittmenge ab. Übrig bleiben funktional unbestimmte bauliche bzw. baulich unbestimmte funktionale Teilbereiche.

Wir haben öffentliche Orte mit dieser funktionalen Unbestimmtheit gesucht und mit einer neuen Bedeutung verknüpft. Die vorgeschlagenen „Umnutzungen“ sollen auf die Möglichkeiten des Ortes hinweisen; der verlorengegangene Raum wird wieder ins Spiel gebracht.

Essay von Susanne Schindler

Begleitend zu unserem Beitrag haben wir ein Leporello entworfen. Hierfür baten wir Susanne Schindler einen Essay zu schreiben. Sie ist Architektin und Autorin, 2004 bei Arch+, heute, 2014, in Princeton, NJ, und arbeitet zur Schnittstelle von Politik und Entwurf im Wohnungsbau.

Ihr Essay steht im Kontrast zu den menschenleeren und eher distanziert fotografierten Motiven. Acht Geschichten, Beobachtungen und Kommentare zu Alltag, Jobkontext und Filmrezeption in der Zeit der US-Präsidentschaftswahlen 2004.