Aktuelles/Fundament und Basis, 2014

Fundament und Basis, 2014

Wenn es durch Kombination von verschiedenen Aufnahmen zu einem Funkenschlag im Hirn kommt, fühle ich mich ganz wohl dabei. Zum Beispiel die Momentaufnahmen der Baustelle Maculangasse 2a: Hier der Pausenraum der Bauarbeiter, dort das Fundament des Gebäudes. Im Pausenraum schaffen sich die Bauarbeiter durch Energieaufnahme eine Basis für ihre körperliche Arbeit, um daraufhin an einem Fundament zu arbeiten, das die Basis eines Gebäudes sein wird. Auf diesem Fundament wird eine Schule entstehen, in der wiederum zukünftig Schüler bestenfalls an ihrer Wissensbasis arbeiten werden. So wie das Fundament in seiner wohldurchdachten Ausführung nach Beendigung der Bauarbeiten nicht mehr sichtbar sein wird, so wird auch das Wissen nicht sichtbar sein.
 

Gruppenausstellung  '10 Baustellen':

Eröffnung: Do, 13.11.2014, 19 h
14. – 30.11.2014, Do – So, 14 – 19 h
WBV-GPA - Lagerraum , Werdertorgasse 9, 1010 Wien
Kurator: Vitus Weh

Im Rahmen von EYES ON – Monat der Fotografie

Pressetext:
Die 1953 gegründete Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) entwickelt und betreut Jahr für Jahr zahlreiche Baustellen. Jede davon ist anders und befindet sich akut in einer anderen Vorbereitungs-, Planungs- oder Bauphase. Ein Umstand aber ist immer gleich: Baustellen sind Orte des permanenten Übergangs. Bei manchen existiert gerade erst der Baugrund, bei anderen werden die Wohnungen schon von den Mietern bezogen – immer wird dabei etwas vorgestellt, was noch nicht ist: einerseits die Gebäude, die es zu errichten gilt, andererseits das neue Zuhause und das Leben, das sich in ihm und um es herum entfalten soll.

Mit dem von Vitus Weh kuratierten Projekt 10 Baustellen hat die WBV diese Transformationen von zehn Künstler und Künstlerinnen individuell in den Blick nehmen lassen. Ihre unterschiedlichen Zugangsweisen haben dabei weniger den Fortschritt des technischen Geschehens in den Fokus gerückt als das momenthaft Ekstatische, das Lebendige und Geheimnisvolle.

Dokumentiert wird das Projekt durch eine Ausstellung und ein Fotobuch (Gestaltung: Markus Zahradnik/Schrägstrich Kommunikationsdesign). Auch die Ausstellung findet an einem Ort der Transformation statt: in einer ruinösen, hohen Lagerhalle. Nach der Ausstellung wird diese von Grund auf umgebaut werden.

Beteiligte Fotografen: Marianne Greber, Sabine Jelinek, Sandra Kosel, Stefan Oláh, Klaus Pichler, Jens Preusse, Paul Schneggenburger, Katharina Struber, Helfried Valenta, Riki Werdenigg